Eisbär Emil und der Klimawandel - Klima...was?

Einstieg in eine spannende Zeit ganz im Zeichen des Klimaschutzes für die kleinen und großen Fledermäuse!

https://www.kindernetz.de/tigerentenclub/folgen/-/id=282608/nid=282608/did=497348/1mg8l00/index.html

"Klimawandel, das ist aber ein komisches Wort" sagte eines der Kinder, die sich an einem Dienstag vormittag im Kreativbereich trafen. "Das hab ich schonmal im Fernseher gehört, das kenn ich" rief ein anderes Kind. "Meine Mama hat das mal in einer Zeitung gelesen, da war auch ein Bild mit ganz vielen Autos" - aber auf die Frage, was denn dieser "Klimawandel" nun ist, wusste niemand so recht eine Antwort. 

Für mich als Erwachsenen ist dieses Wort natürlich ein Begriff, man kommt heutzutage gar nicht mehr vorbei an Greta Thunberg, "Fridays for Future" und Politik-Diskussionen. Eine Flut an Projekten entstehen, der Planet muss gesünder werden, wir müssen alle mehr auf ihn aufpassen und sollen am Besten auf vieles, umweltunfreundliches verzichten. Ja, als Erwachsener sollte man heute wissen, worauf es beim Klimaschutz ankommt, damit der Klimawandel in seiner Geschwindigkeit gestoppt werden kann. Aber wie ist das so mit 5 Jahren, ist ihnen bewusst dass sich die Welt verändert? 

Nun sitzen wir schon eine Weile in einem Kreis mitten auf dem Boden des Kreativbereichs und grübeln. "Sagt mal, wie sieht denn für euch so ein typischer Winter aus?" fragte ich. "Schnee", "Schlitten fahren", "Ich weiß, Winter ist wenn es kalt ist und Schnee liegt und wir dann einen Schneemann bauen können". Okay, klingt logisch. Aber wenn wir so nach draußen schauen, sehen wir kein Schnee und es ist doch Winter. "Ja, weil es ist ja gar nicht kalt für Schnee" - genau! In diesem Winter hat es kein einziges Mal geschneit, nicht eine kleine Flocke - ein Zeichen für den Klimawandel.

Ich begann von meiner Kindheit zu erzählen, wie wir manchmal tagelang zu Hause bleiben konnten, weil es so viel geschneit hatte, das Schule und Kindergarten ausfallen mussten. Heute ist das nicht mehr so, denn die Erde ist allgemein viel wärmer geworden. "Und das ist dann Klimawandel oder?" rief ein Kind. Ja, das ist leider ein Zeichen des Klimawandels. Das es hier, mitten im Ruhrgebiet nicht schneit, ist zwar schade, macht uns aber im Alltag nicht viel aus. Aber es gibt Lebewesen, den macht es sehr wohl etwas aus, wenn es plötzlich viel wärmer ist als sonst. "Ja, die Pinguine am Nordpol brauchen den Schnee" und "Und Eisbären schwitzen bestimmt, wenn die Sonne so doll scheint". Stimmt, für diese Tiere ist es sicher nicht nur einfach "schade", wenn es immer wärmer wird, sondern gefährlich. 

In einem Kurzfilm des SWR Kindernetzes lernten wir dann Eisbär Emil kennen, dessen Eisscholle immer kleiner und kleiner wurde. In dem kaum zwei Minuten langem Video wurde durch einfachste Mittel erklärt, wieso das so ist und was man tun kann, damit es Emil und den anderen Tieren am Nordpol besser gehen kann. "Also wir fahren manchmal mit dem Auto einkaufen, aber das ist gar nicht so weit" rief ein Kind nach dem Film. "Ja, da könntet ihr doch auch hinlaufen. Dann schmilzt Emils Eis nicht so schnell". Ich merkte, dass der kurze Film und unser Gespräch die Kinder beschäftigte - auch noch als wir begonnen, selbst Eisbären mit Rasierschaum und Farbe zu gestalten. Einige unterhielten sich darüber, dass sie schonmal gesehen haben, dass Räume in der Einrichtung noch hell erleuchtet waren, obwohl da gar niemand mehr spielte. "Das muss auch ausgemacht werden, weil sonst ist das ja Verschwendung", "Genau und dann hat Emil bald kein Eis mehr". 

Nachdem alle fertig waren, ging es für uns an die frische Luft nach draußen. Jeder spielte für sich oder mit seinen Freunden, das Thema schien erstmal nicht mehr Vorrang zu haben - ganz normal. Doch plötzlich rannte mir eines der Kinder von Morgens entgegen. "Im Kreativbereich ist die Lichterkette noch an und da ist keiner mehr!" - durch das Fenster von außen hat er es entdeckt. Er ging rein, machte das Licht aus und kam wieder raus. "Mensch, das darf doch nicht an bleiben - sonst schmilzt Emils Eisscholle doch immer schneller". Irgendwie hat es also doch bleibenden Eindruck hinterlassen - ein gelungener Start in ein Thema, welches so unerklärbar für Kinder schien. War doch eigentlich ganz einfach. 

Am darauf folgenden Tag kam eine Mutter auf mich zu. "Also meine Tochter hat mir auf der Fahrt nach Hause erklärt, dass wir ab sofort zu Fuß zum Kindergarten laufen sollen, denn durch die Autogase würden Eisbären am Nordpol sterben und das wolle sie nicht!". Ich musste schmunzeln und habe innerlich ein kleines bisschen gefeiert, auch die kleinsten Erfolge sind es wert. 

 

Zum Video des SWR geht es hier.